Irgendwann in der Steinzeit kam ein Neandertaler auf die Idee, sich auf den Rücken eines Pferdes zu setzen, anstatt es zu essen . Der brutale Abzug des Gauls muss so bestechend gewesen sein, dass der Neander beschlossen hat, Pferde zum Angasen zu benutzen. Es steckt eben im Menschen. Alles, was schneller ist als er zu Fuß, wird genüsslich zur Brust genommen.

Rasen. Bis zur Besinnungslosigkeit über die Landstraße oder Rennstrecke brettern. Sich Schräglagen reinziehen, die entgegenkommende Autofahrer mit offenstehendem Mund und völlig fertig den nächsten Parkplatz aufsuchen lassen. Warnschilder und Tempolimits großzügig ignorieren, jeden anderen als Gegner sehen und obendrein noch einen Heidenspaß haben. Heizen. Blasen. Jagen. Uuaah!

Klar, nicht jeder will und braucht das. Ist ja auch verboten und gefährlich (auf der Landstraße). Man kann dabei sterben, im Rollstuhl enden, den Führerschein und viel Geld verlieren. Und trotzdem ist das gut durchgewärmte Fahren auf Landstraßen wie auch auf Rennstrecken die Essenz des Motorradfahrens. Du hockst auf dem Eisen, drehst am Gas und es geht vorwärts. Einfach nur vorwärts. Brachial mörderisch vorwärts.

 

Es tut so gut, wenn man Beschleunigung nicht am Tacho ablesen muss, sondern spürt, wie es einem die Augen in Richtung Gehirn zieht, die Eingeweide gegen das Rückgrat presst und die Arme längt. Aber es muss gar nicht die Brachialbeschleunigung Marke "Tritt in die Nieren" sein. Es reicht, immer wieder in langen Zügen die Geraden runterzufräsen und zu hoffen, dass eine Kurve kommt.

 

Das Motorradfahren überlebenswichtig ist, lässt sich auch leicht anhand der Geschichte beweisen;

Die Dinosaurier hatten keine. "Zack", ausgestorben.....